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Johann Eakville

Wer ist Johann Eakville? Schwer zu sagen, er heißt bürgerlich anders und macht häufig auch etwas anderes als Musik. Gut, neue Frage, was will Johann Eakville? “Nichts eingerastetes. Einfach machen”. Johann Eakville schafft sich eine Spielfläche, die nicht von fixen Ideen über monolithische Lebensentwürfe und Rollen besetzt ist. Dies alles schüttelt er ab, so weit das eben geht. Kontraste und Widersprüche koexistieren in fluiden und vermeintlich gebrochenen Identitäten nahtlos und vor allem spielerisch. 

“Das Babylonische an Berlin fand ich immer richtig gut”, sagt Johann Eakville und meint damit die Experimentierfreude und Vielschichtigkeit, die in einer niemals fertigen Metropole mitten in Europa entstehen darf und unterschiedlichsten Kulturen einen spannungsreichen Nährboden für Freiraum und Entfaltung bietet. Eakvilles Musik lädt uns ein, uns in anderen wiederzuerkennen und Verbindungen einzugehen. Seine selbstproduzierte Musik ist eine europäische Umarmung voller polyglotter Sprachfragmente und spielerisch eingewobener kultureller Referenzen. Eakville feiert das selbstbewusste Leben im Dazwischen, thematisiert aber auch gesellschaftliche Privilegien und Hemmnisse. Nie aufdringlich, sondern so easy wie ein Zug, der mühelos über Grenzen gleitet. 

Photo: Johann Eakville